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Schutz der öffentlichen Gesundheit

Häufige Fragen

Was ist Glyphosat und wofür wird es eingesetzt?

Glyphosat (N-(phosphonomethyl)glycin) ist eine chemische Verbindung, die die biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide darstellt. Glyphosat ist das am weitesten verbreitete Herbizid europaweit sowie global. In dieser Formulierung wird es meistens zusammen mit Netzmitteln kombiniert, die für eine bessere Haftung auf den Pflanzen sorgen.

Österreich:

Glyphosat wird in der Land- und Forstwirtschaft aber auch im öffentlichen Raum und in Haus- und Kleingärten eingesetzt, zum Beispiel um Flächen wie Autobahnrandstreifen und Wege freizuhalten oder Beete werden vor dem Pflanzen neuer Kulturen abgespritzt. Außerdem wird es eingesetzt, um Gleise vegetationsfrei zu halten.

Weltweit:

Die Anwendung von Glyphosat spielt weltweit eine große Rolle in Verbindung mit gentechnisch manipulierten Pflanzen. Denn ein Großteil der angebauten gentechnisch manipulierten Pflanzen wurde so verändert, dass sie gegen Herbizide resistent sind. Am weitesten verbreitet sind glyphosatresistente Gen-Pflanzen von Monsanto unter dem Namen „Roundup Ready“ (RR) vermarktet. Große Bedeutung haben vor allem RR-Soja, -Baumwolle und -Mais, doch wurden auch zahlreiche andere Arten entsprechend manipuliert. Der Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen ist in Österreich nicht erlaubt. Jedoch ist der Großteil des aus Lateinamerika nach Europa importierten Soja, Roundup Ready-Soja und dient als Futtermittel in der Tiermast. Seit 1974 wurden weltweit 8,6 Millionen Tonnen Glyphosat ausgebracht. Allein im Jahr 2014 wurde ein Volumen verbraucht, das für jeden Hektar landwirtschaftlicher Fläche der Erde mit 0,53 kg/ha reichen würde.

Wie wirkt Glyphosat?

Glyphosat setzt an einem für den pflanzlichen Stoffwechsel zentralen Enzym an, der 5-Enolpyrovylshikimat- 3-PhosphatSynthase (EPSPS). Essentiell für die Funktion von EPSPS ist Mangan. Mangan wird jedoch durch Glyphosat gebunden. In der Folge stehen der Pflanze wichtige Stoffwechselprodukte nicht mehr zur Verfügung und es kommt zum Absterben. Glyphosat alleine wäre nicht allzu effektiv in seiner Wirkung: Damit der Wirkstoff in die Pflanze gelangen und sich in ihr verteilen kann, werden in den Formulierungen Netzmittel eingesetzt. So gelangt Glyphosat nach dem Spritzen von den Blättern bis in die entferntesten Wurzelspitzen.

Die Halbwertszeit von Glyphosat (die Zeitdauer, bis die Hälfte seiner biologischen Aktivität verloren geht) beträgt 3 bis 240 Tage, die Halbwertszeit von AMPA (Abbauprodukt von Glyphosat, Aminomethylphosphonsäure) beträgt 78 bis maximal 875 Tage.